Rund ums Mittelmeer

"Wie berühmt bist du, Archipelag und Mittelmeer, in der Geschichte des menschlichen Geistes!" schwärmte Herder. Seit Jahrtausenden sind die lichten Gestade des Mittelmeers, vom Heiligen Land bis zu den atlantischen Säulen des Herakles, ein Ort der Begegnung zwischen Orient und Okzident.

HB Bildatlas Rund ums Mittelmeer

Von solchen Aufträgen träumt jeder Reisebuchautor! Es gibt zwei Wege, die Meerenge zwischen Europa und Afrika zu überwinden: Die Fähre von Algeciras nach Tanger zu nehmen oder... immer die Küste entlang: Spanien, Frankreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Montenegro, Albanien, Griechenland, Türkei, Syrien, Libanon, Israel, Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien und Marokko! Geht das überhaupt? Doch, es ging, allerdings nur mit zwei Reisepässen, denn auf Israel wollte ich nicht verzichten. Und so erkundete ich für den HB Bildatlas Rund ums Mittelmeer die Spezies "Homo Ballermannensis" auf Mallorca, spürte die besten Bouillabaisse-Restaurants im Hafen von Marseille auf, reiste auf den Spuren Goethes durch Italien, hüpfte von einer kroatischen Insel zur anderen, befragte das Orakel im griechischen Delphi, erlebte hautnah, wie eine aufregend kostümierte türkische "Dansöz" Hüften und Bauchnabel kreisen ließ, bis den mitklatschenden schnauzbärtigen Herren der Schöpfung schwarz vor Augen wurde, träumte orientalische Märchen in den Souks von Damaskus und Aleppo, brach der Sphinx in Ägypten keine Nase ab und erreichte schließlich wieder die Säulen des Herakles in Marokko.

ArteLimes Reiseführer Languedoc-Roussillon

Südfrankreich habe ich in Schülerzeiten kennen und lieben gelernt. Später habe ich ein Jahr lang in Toulouse die Kultur des okzitanischen Midi studiert. Mit dem ArteLimes Reiseführer Languedoc-Roussillon bekam ich die Gelegenheit, lang vertraute Wege neu zu entdecken: die mittelalterliche Festungskulisse von Carcassonne, das klare Licht von Collioure, das schon Picasso und Matisse feierten, die größte romanische Pilgerbasilika Frankreichs in Toulouse, die Johannisfeuer der Katalanen auf dem schneeblitzenden Canigou, einsame romanische Dorfkirchen in den Pyrenäen, die Ruinen katharischer Adlernester in den Corbières, die schattigen Treidelpfade am stillen Canal du Midi, den berühmten Meeresfriedhof Valérys in Sète, auf dessen "stillen Dächern die Tauben schreiten", und natürlich die Krönung römischer Architektur in Südfrankreich: den Pont du Gard. Ich verkostete herzhafte "cuisine du terroir", die nach den Gewürzen der Garrigue oder dem Aïoli des Roussillon duftet und begleitet wird von rubinroten Weinen, ob nun herber Minervois oder süßer Banyuls.

ArteLimes Reiseführer Provence

Languedoc-Roussillon wurde zu einem Bestseller der ambitionierten Reiseführerreihe von ArteLimes. Auch mein zweiter Titel ArteLimes Reiseführer Provence wurde ein großer Erfolg. "Tausend Gesichter, tausend Aspekte und tausend Eigenschaften hat die Provence", schrieb der Schriftsteller Jean Giono, und so konnte auch dieser Führer die vielen landschaftlichen Facetten dieses gesegneten Landstrichs, seine nach Thymian und Lavendel duftenden Hochebenen, seine von Weinfeldern und Obstgärten gesäumten Flußtäler, seine kühnen Adlernester und kosmopolitischen Städte nur ansatzweise beschreiben. Denn allein die Kunstschätze der Provence sind Legion: antike Monumente, romanische Kirchen, ein gotischer Papstpalast, Renaissanceresidenzen sowie erstklassige Museen warten auf den Besucher. Atmosphärische Schilderungen, historische Anekdoten und Kuriositäten sowie Zitate berühmter Maler und Schriftsteller stellen eine Provence vor, wie sie Petrarca, Racine, Van Gogh und Cézanne erlebt haben.

Eine Fahrt durch die Provence ist stets auch eine kulinarische Reise. So präsentiert dieser Führer ausgewählte Restaurants, die echte provenzalische Küche bieten, geleitet zu den besten Weingüter, auf denen man die sonnenverwöhnten Tropfen von Côtes-du-Rhône und Châteauneuf-du-Pape verkosten kann, stellt lokale Schleckereien wie berlingots, calissons, papalines oder fruits confits vor, nimmt den Leser mit auf die Suche nach Trüffeln, kaltgepreßtem Olivenöl und der besten Bouillabaisse. Für kulturinteressierte Reisende sind die Veranstaltungstips gedacht, sportliche Naturen erfahren, wie man das Land zu Fuß, zu Pferde, auf dem Drahtesel oder mit dem Boot kennenlernt. Und natürlich stellt der Führer Unterkünfte aller Preisklassen vor, wo man noch stilvoll und authentisch provenzalisch nächtigt: ob in luxuriösen Adelsresidenzen oder in rustikalen, liebevoll eingerichteten Gästezimmern auf dem Land.

HB City Tour Barcelona

Als ich noch in Toulouse studierte, nahm ich an Wochenden gern die kleine Bahn, die via La Tour de Carol über die Pyrenäen nach Barcelona zuckelte, um ein paar Tage Großstadtluft zu schnuppern, auf den Ramblas zu flanieren, in den Markthallen der Boquería auf kulinarische Streifzüge zu gehen, vor der Kathedrale Sardana zu tanzen und immer wieder Gaudís architektonische Wunderwerke zu bestaunen. Und natürlich waren später die Arbeiten am HB Bildatlas City Tour Barcelona ein herrlicher Vorwand, mich ins Nachtleben der katalanischen Metropole zu stürzen, in die Techno-Tempel und Latino-Bars drunten am Hafen, im Marèmagnum-Zentrum und am Port Olímpic. Fast noch schöner war es aber, nachts um drei unter freiem Himmel in einer der zahlreichen Terrassenbars schicke Flaneure bei einem Glas Cava beobachten, zu flirten und einfach das Leben zu genießen! Ein paar Brocken Katalanisch erleichtern das alles ungemein, und falls es an sprachlicher Kompetenz mangelt: Ein "Visca Barça!" in die Kneipenrunde geworfen, und schon hat man nicht nur die Fußballfans auf seiner Seite. Sofern man sich nicht den schnellen Erfolg mit der auch bei deutschen Nachrichtensprechern gepflegten Unsitte vermasselt, Barcelona mit dem kastilischen Lispellaut auszusprechen: "Barsselohna" heißt es, und nichts anderes!

Polyglott on tour Portugal

Portugal liegt zwar nicht am Mittelmeer, aber schließlich habe ich auch Portugiesisch studiert, und als mich der Polyglott-Verlag bat, einen älteren Portugal-Band zu aktualisieren und die Portweinszene des Landes zu beschreiben, konnte ich nicht widerstehen. So lernte ich die besten Kellereien von Vila Nova de Gaia und Porto kennen, verkostete jede Menge Rubies und Tawnies. Wußten Sie, dass es über 200 Sorten Portwein gibt, darunter einige absolut köstliche Vintage-Sorten? Doch die meisten Tropfen gehen nach England, nicht nach Deutschland. Inzwischen aktualisiere ich Polyglott on tour Portugal alle zwölf Monate.

In den Maghreb

Vor über 400 Jahren zog der junge portugiesische König Sebastian mit einem Heer nach Marokko und ward nie mehr gesehen. Ich reiste lieber ohne Armee und kehrte wohlbehalten wieder heim. Vamos?

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